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Gelegentliche Texte

Nennt die Bestie beim Namen!

Der Henker von Orlando: Omar Mateen (29)

Der Henker von Orlando: Omar Mateen (29)

Der islamophile Mainstream scheint es wieder zu schaffen: Die Diskussion um den Anschlag von Orlando mit 50 Toten bekommt den „richtigen“ Spin – weg von den eigentlichen Ursachen, hin zu einer Scheindiskussion über das Waffenrecht in den USA. Der Trick liegt darin, den Blick auf die Methode des Mörders und seine Werkzeuge zu verengen, die Hintergründe aber möglichst zu verschleiern. Dabei steht außer Frage, daß es sich bei der Mordorgie des Omar Mateen (29) um eine islamistische Bluttat handelt.

Nein, es ist nicht die Waffe, die per se böse ist – das Böse oder Gute eines Schusses ergibt sich aus der Motivation des Schützen, und nur daraus. Das Werkzeug trägt keine Schuld. Wäre das so, dann müsste man schon längst Schnellkochtöpfe (Boston-Attentat), Flugzeuge (World-Trade-Center-Attentat) und Küchenmesser (Anschlagswelle in Israel) verboten haben. Der Killer findet immer ein Werkzeug, wenn er töten will.

Allerdings gibt es natürlich bei allen genannten Fällen eine Gemeinsamkeit: Die Täter waren allesamt Muslime, ihre Motivation schöpften sie aus dem Islam. Im Fall Mateen muss man nur eins und eins zusammenrechnen, um den Hintergrund seiner Tat zu erkennen – eben den Islam.

  • Mateen wuchs in einer afghanisch-muslimischen Familie auf. Sein Vater unterstützte öffentlich die Taliban.
  • Das FBI verhörte ihn mehrfach, weil man ihn verdächtigte Kontakt zu Terrorverdächtigen zu unterhalten und islamistische Sympathien zu hegen.
  • Kurz vor seinem Tot schwor er in einem Telefongespräch mit der Polizei dem Islamischen Staat die Treue.
  • Der Islamische Staat bezeichnete Mateen als „Soldat des Kalifats“. Nicht nur billigte der IS den Anschlag, er übernahm auch die Verantwortung dafür.

Der Anschlag dürfte dabei kaum durch den IS zentral geplant worden sein. Vielmehr ist die IS-Propaganda erst nach dem Massenmord auf den fahrenden Zug aufgesprungen. Das ändert nichts an der Tatsache, daß die Existenz des IS den Täter maßgeblich zu seiner Tat angestiftet haben dürfte. Warum sollte er sich sonst so eindeutig zu dieser Organisation bekennen? Es handelt sich also offensichtlich um einen Angriff vom Typ „Einsamer Wolf“ – inspiriert durch die Existenz des blütdrünstigen Kalifats und seine Taten sowie durch die eliminatorischen Doktrien des Islam gegenüber Andersgläubigen und Normabweichlern.

Zu diesen Normabweichlern zählen auch Homosexuelle. Es ist daher absurd, die Frage aufzuwerfen, ob es sich denn nun um einen Anschlag aus Schwulenhass oder eine islamistisch motivierte Tat gehandelt hat. Das ist ein konstruierter Widerspruch, denn  Schwulenhass ist ein integraler Bestandteil islamischer Normen. Das zeigt der Blick in die Quellen. Das zeigt vor allem aber der Blick in die Praxis. In den meisten islamischen Ländern steht Homosexualität unter Strafe. Im Iran werden Schwule exekutiert. Der IS hält es ebenso, indem seine Henker Schwule von Häuserdächern stürzt. Diese Bilder zeigen eine derartige Hinrichtung im syrischen Palmyra (Tadmor) am 23. Juli 2015.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die dem Islam eigene mörderische Homophobie offenbarte sich übrigens im April dieses Jahres ganz in der Nähe des jetzigen Anschlagsortes in Orlando. Dort forderte ein islamischer Prediger offen die Tötung von Schwulen. Für ihn ist das ein „Akt der Gnade“. Den Bericht gibt es hier:

Tödliche Predigt in Orlando, April 2016

Zudem spricht der Reaktion der muslimischen Gemeinschaft weltweit Bände. Da wünscht man zum Beispiel auf Twitter den „Sodomiten“ den Tod und bejubelt den Mörder.

Es sei also gewarnt. Wer den Gegner nicht erkennen will, der wird ihn nicht bekämpfen können. Wer ihn nicht beim Namen nennt, wird ihm zum Opfer fallen. Dabei steht der Name klar an der Wand: Er heißt Islamismus, heißt politischer Islam. Jede Form von Appeasement wird in diesem Konflikt zu noch mehr Blutvergießen führen, denn das wird als Schwäche ausgelegt. Wer versucht, mit einer reißenden Bestie zu verhandeln, wird schlussendlich in ihrem Magen enden.

Häresie einer Kirche – Anmerkungen zum Katholikentag

Seelenloser Betonbunker: St. Trinitatis in Leipzig (Foto: RobKohl)

Seelenloser Betonbunker: St. Trinitatis in Leipzig (Foto: RobKohl)

Es ist Katholikentag. Tausende, nein Hunderttausende katholisch getaufte Christen und Andere, denen der Glaube an Gott wichtig ist, sind nach Leipzig gekommen und feiern in der neuen Propsteikirche St. Trinitatis Messe. Sie betreten den wichtigsten katholischen Kirchenneubau im deutschen Osten seit 1989, sie schauen, sich um und …. ? Wird es ihnen ergehen wie mir?

Der Kirchenneubau hat Millionen gekostet. Eine gewaltige gemeinsame Anstrengung, auf die deutschen Katholiken stolz sein dürfen. Vielleicht haben einige von denen, die nun nach Leipzig kommen, sogar für diesen Bau gespendet und sehen „ihre“ Kirche zum ersten Mal. Wird ihnen gefallen, was sie sehen? Wichtiger noch: Werden sie die Gegenwart Gottes in diesem Haus spüren, das extra deswegen gebaut wurde: damit Gott unter uns neuen Raum hat?

Auch ich habe zum Bau dieser Kirche beigetragen und erfreue mich jeden Tag des Wunders, das vor meinen Augen geschah: So viele Menschen haben sich für dieses tolle Projekt begeistern lassen und ihren Anteil gegeben. Aber genauso froh bin ich jeden Tag, daß ich nicht noch mehr Geld gegeben habe: für diesen Klotz, der mir nun seit einem Jahr wie ein Stein auf der Seele lastet, seit dem Tag nämlich, an dem ich ihn das erste Mal betrat.

Zugegeben, der Innenraum ist hell, weit und hoch. Man könnte ihn lichtdurchflutet nennen – wenn dieses romantische Wort nicht völlig falsche Assoziationen wecken würde. Ja, dieser Raum ist offen, nicht beengend, nicht düster, durchaus einladend. Er bietet Raum für Menschen, für viele Menschen sogar. Aber er geht an seiner eigentlichen Bestimmung vorbei. Er verfehlt seine grundlegende zentrale Funktion: Für Gebet und Liturgie ist in dieser Kirche kein Platz! Begegnung zwischen Gott und den Menschen findet hier nicht statt, ist – so steht zu befürchten – gar nicht vorgesehen. Dieses Haus Gottes ist nicht nur Gottes-Dienst-feindlich, es ist geradezu Gott-feindlich.

Alles, was an Gott, an unseren Gott der Dreifaltigkeit, erinnern könnte, wurde systematisch aus dieser Kirche verbannt, die seinen Namen trägt. Stattdessen ist ein Plenarsaal, ein Versammlungsraum für Menschen entstanden, die aber beim Betreten dieses Raumes gar nicht mehr wissen, warum sie eigentlich ausgerechnet hier zusammenkommen wollten und sollten. Denn DER, dem sie hier zu begegnen hofften, ist nicht hier: Das Kreuz – das einzige verbliebene sichtbare Zeichen, daß es sich bei dem Haus am Martin-Luther-Ring überhaupt um eine christliche Kirche handelt – ist zum Designobjekt verkommen. Nichts, aber auch gar nichts erinnert an IHN, schon gar nicht an das Zentrum unseres Glaubens: an SEINEN Tod und SEINE Auferstehung. Bloß nichts, was beunruhigen könnte, scheint stattdessen das Motto des Bauwettbewerbs gewesen zu sein. In seinem eignen Haus darf ER nicht mehr erscheinen. Dieser zerschundene Körper – igitt. Der Tod – den haltet uns vom Leib.

Zur Christmette im letzten Jahr hatte die Propsteigemeinde zu meiner großen Überraschung wieder in die alte, historische Nicolaikirche eingeladen. Und das, obwohl die neue Kirche bereits eröffnet war! Nachdem ich die neue Propstei in diesem Frühjahr zum ersten Mal betreten habe, weiß ich endlich warum. Man möchte ausrufen: kein Wunder! Denn wer sich eine kubistische Scheußlichkeit gigantomanösen Ausmaßes hinklötzchen läßt, die innen aussieht wie der Plenarsaal des Deutschen Bundestages, muß einfach in die barocke Schönheit der Nicolaikirche flüchten.

Tatsächlich hatte ich Kirchenvolkes Stimme auf dem Leipziger Markt schon Monate vor dem Weihnachtsfest fragen hören: „Was wird denn nun aus unserer schönen Christmette?“ Kann es eine vollständigere Bankrotterklärung für den neuen Kirchenbau geben? Wohl kaum!

Reißt diese Kirche wieder ab! Wenn nicht einmal die Gemeinde von St. Trinitatis ihren Weihnachtsgottesdienst darin feiern will, weil sie so hässlich ist, dann hat diese Kirche keine Berechtigung. Macht ein Lagerhaus daraus, einen Kindergarten, eine Sozialstation – alles sinnvoller als dieser gottlose Klotz.

Ich weiß, daß ich nicht die Einzige bin, der es so geht. Ich kann das Unbehagen um mich herum spüren, wenn ich am Sonntag in meiner Designerbank sitze. Wie ich, gehen viele Gemeindemitglieder Sonntag für Sonntag hin – weil es nun eben unsere Kirche ist. Aber den hommes et femmes religieuses, die sich erkennen an Gesten und Worten, ergeht es wie mir.

In Leipzig lassen sich die Verheerungen nicht nur der DDR, sondern vor allem der Liturgiereform der 60er Jahre am Katholizismus auf das Schmerzlichste erfahren. Wäre nicht der junge polnische Priester, der die Gemeinde mit so viel Heiterkeit und sehr, sehr feiner Ironie durch die Sonntage leitete, es wäre nicht auszuhalten.

Ich stelle mir ein Gespräch mit dem neuen Propst über die „Weihnachtsflucht“ vor; was würde er mir sagen, dieser Bürokrat der Amtkirche? Wird seine Phantasie ausreichen, in mir – einer jungen Frau – den Reaktionär zu wittern? Oder wird er mich nur belehren wollen? Daß ich das falsch verstehe. Daß wir nicht in St. Nicolai bleiben, weil unsere Kirche so hässlich und die Gemeinde so dümmlich-ästhetizistisch sei, sondern weil wir den Geist der Ökumene aufrechterhalten wollten. Ahnt er, daß genau das in meinen Augen eine noch schlimmere Erklärung darstellt?

Ich kenne den neuen Propst nur schlecht und ich will ihm nicht zu nahe treten. Und er ist ja auch nur ein armer Gehorsamer einer vielfach verkommenen, weil religionslosen Amtskirche, der der Sinn für die Anbetung Gottes abhanden gekommen ist. Zum Glück jedenfalls ist dem neuem Propst die schöne Ironie seiner Worte in der Nicolaikirche entgangen, als er am 24. Dezember dem anwesenden lutherischen Superintendenten, der als Mitzelebrant anwesend war, zurief: „Wir bleiben für immer hier in der Nicolaikirche! Bis in alle Ewigkeit!“ So viel katholisches Selbstbewusstsein hat er dann also doch noch. Ob er noch die katholische Gewissheit hat, daß sich unter seinen Händen Brot und Wein in Leib und Blut unseres HERRN Jesus Christi wandeln, wage ich lieber nicht zu fragen. Dennoch will ich in der Rückkehr der Katholiken in die Nikolaikirche weiterhin ein schönes Omen sehen, wie ich es auch früher schon getan habe.

Das Eingeständnis der Leipziger Propsteigemeinde, ihre neue Kirche gebe nicht den architektonischen Raum für eine „schöne Christmette“ ab, kommt leider etwas spät. Der Architekt des Pophyrbunkers am Martin-Luther-Ring wird vor keinem irdischen Gericht mehr erscheinen müssen. Und angesichts der Gottverweigerung seines Baus steht zu befürchten, daß er an ein höheres Urteil als sein eigenes ohnehin nicht glaubt.

Der eigentliche Schmerz, den ich jedes Mal empfinde, wenn ich die neue Propsteikirche betrete, macht sich indes nicht an Nebensächlichkeiten wie Farbe, Klötzchenbau oder anderen ästhetischen Geschmacksfragen fest, sondern am Ausdruck tiefster, elementarster Verunsicherung und Verwirrung, die aus der Funktionsverweigerung dieses Baus spricht. Der Leipziger Katholizismus steht mit dieser gebauten Selbstverleugnung nicht allein, aber die Orientierungslosigkeit ist hier verdichtet zu betrachten.

Immerhin an Weihnachten, möchte man fast beruhigt feststellen, erkennen – nein: fühlen! – selbst diese sich selbst entfremdeten Katholiken noch die Häresie der Formlosigkeit und flüchten in die Nicolaikirche. Es ist und bleibt ein Missverständnis, als katholischer Gläubiger auf Prunk, Üppigkeit und Farbe, kurz auf Schönheit zu verzichten. Hierin liegt der große Irrtum unseres jetzigen Papstes. Denn die Pracht, die wir in unseren Kirchen über Jahrhunderte entfaltet haben – sie gilt doch nicht zuerst dem Menschen, sondern Gott. Die Kirche ist das Haus Gottes, das Abbild des Himmlischen Jerusalem. Wir schaffen IHM einen Ort, der anders, der prächtiger, der schöner, der himmlischer sein soll als alles, was auf Erden ist. Wir dienen IHM im Gottesdienst – nicht uns. Der Kirchenbau in allen seinen Teilen dient einzig und allein SEINER Verherrlichung – nicht unserer, sondern nur durch uns. Und schon gar nicht dient ein Kirchenbau dem Architekten, der gefälligst im Dienste Gottes zurückzutreten hat hinter das Werk, das er IHM widmet!

Ich rede hier – wie mancher vielleicht schon argwöhnen mag – ganz und gar nicht einem Walt-Disney-Kulissen gleichen Wiederaufbau der ursprünglichen Propsteikirche das Wort. Ich bin sehr wohl der Meinung, daß die Kirche im 21. Jahrhundert auch die Formsprache des 21. Jahrhundert sprechen darf, ja soll. Kirche lebt in der Zeit. Aber eine Ästhetik, die sich in Klötzchen erschöpft, die selbst das Kreuz – fast das Einzige, was noch verblieben ist und im Grunde das Wichtigste – über dem Altar zum Designobjekt degradiert, feiert weder Gott, noch bietet sie den Menschen, die in Gottes Haus Zuflucht suchen, einen Abglanz himmlischer Schönheit.

Die Leipziger Kirche ist wie der amtierende Papst. Beide befördern eine Verprotestantisierung der Katholischen Kirche. Ist ihnen noch nie aufgefallen, daß den protestantischen Kirchen die Mitglieder herdenweise davon laufen; noch mehr als der Katholischen? Papst und Propsteikirche verordnen uns Alltäglichkeit. Sie wollen „normal“ sein; die Armut der Kirche demonstrieren; die Schlichtheit betonen. Aber dann kommen Ostern und Weihnachten, unsere Hochfest, die Manifestationen unseres Glaubens: Feste! Feiern sollen wir! Feiern wollen wir! Freudenfeste: die Geburt und die Wiederauferstehung unseres Herrn! Und plötzlich – oh göttliche Einfalt – fällt diesen Veralltäglichern des Außergewöhnlichen auf, daß sie das Wichtigste vergessen haben: Daß die Verherrlichung des Herrn eben nur in verschwenderischer Erhabenheit zu feiern ist, so sensationell, so spektakulär wie Christus selbst, muß dieses Feiern sein.

Und hat ER selbst es uns nicht aufgetragen, was wir zu tun haben? Wie jene namenlose Frau sollen wir sein, als sie ihn mit Krisamöl überschüttete. Für ihn ist nichts zu teuer! Ihr aber seid wie Petrus, der die Frau zurechtweist für ihre Verschwendung – und der in diesem Moment NICHTS verstanden hat von dem, was ihm passiert.

Wann wird die Katholische Kirche, wann werden die Katholiken endlich wirklich verstehen, daß der Sonntag gerade KEIN Alltag ist. Der Sonntag ist der besondere Tag schlechthin. Deswegen braucht er eine besondere Form, deswegen braucht er einen besonderen Raum. Wo sind die Katholischen Priester, die endlich bereit sind, ihrer Gemeinde zu erklären, worin das Wahre und Vernünftige des Sonntags liegt: nämlich in der Verschiedenheit. In der Besonderheit. Christus der Jude wusste das: Am Schabbat beten die Juden in aller Welt seit tausenden von Jahren zu DEM, der die Welt geschieden hat: die Erde vom Himmel, das Land vom Wasser, den Schabbat vom Alltag. Der Sonntag ist unser ‚Guter Tag’, dessen Sinn sich nicht vom Schabbat unterscheidet, den Christus gefeiert hat. Jedes unserer Hochfeste – Ostern und Weihnachten zuerst – muß eine Scheidung vom Alltag sein und auch jeder Sonntag braucht den Raum, der diese Scheidung vom Alltag erfahrbar macht.

Insofern liegt also ein Funke tiefster Erkenntnis darin, wenn die Propsteigemeinde auch weiterhin an Weihnachten aus ihrer Kirche flieht. Möge er zünden!