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Landtagswahl an der Saar und das bürgerliche Lager (Teil IV und Schluß): Nicht wählen!

Was also wählen, wenn weder FDP noch CDU heute im Saarland eine Option für den Bürgerlichen oder Konservativen darstellen? Die Grünen? Zu deren pseudobürgerlicher Attitüde ist an dieser Stelle bereits alles Notwendige gesagt worden. Gleiches gilt für die SPD (hier und hier). Daß SED-PDS/Linkspartei keine Optionen sind, versteht sich von selbst. Also die Piraten? Sicher nicht! Hier handelt es sich um eine Partei, die letztlich kein Programm besitzt und auf jeden Fall links der politischen Mitte zu verorten ist. Die Freien Wähler machen im Saarland durch einen parteiinternen Krieg von sich reden. Damit wären also alle Optionen für eine aktive Teilnahme an dieser Wahl vom Tisch. So bleibt also nur eine Möglichkeit:

Nicht wählen! Nicht hingehen! Diese Wahl boykottieren!

Die Gründe sind schnell aufgezählt. Zunächst gibt es für den politisch denkenden Menschen jenseits des linken Mainstreams keine Optionen. CDU und FDP sind schon lange keine mehr. Es gibt keinen Grund, hier seine Überzeugungen durch einen Kompromiß zu verraten. Nun existiert da noch folgendes Argument, wie es als Reaktion auf diesen Text neulich auf Twitter an NUSQUAM gesandt wurde:

Aber als Antisozialist will man durch Wahl den Einfluss dekadent verschwenderischer SPD & Grüne klein halten.

Dies ist nun genau das Argument, das in den vergangenen Jahrzehnten dafür gesorgt hat, daß im bürgerlichen Lager immer fein brav CDU gewählt worden ist. Doch damit sollte Schluß sein. Ertragen wir lieber einmal das rot-grüne Chaos, um vielleicht eine Veränderung in der CDU anzustoßen. Die nämlich wird nur durch einen krachenden Machtverlust angestoßen werden können.

Für einen Wahlboykott spricht des weiteren die bereits projektierte Regierung im Saarland. Egal was passiert – es wird eine große Koalition geben. CDU und SPD werden miteinander ins Bett steigen, es ist nur noch nicht sicher, wer oben liegt. Hier mitzuspielen bedeutet, von dem Kakao, durch den der Wähler gezogen wird, auch noch zu kosten.

Zum Dritten bedeutet eine möglichst niedrige Wahlbeteiligung, eine Delegitimierung eines Systems, das den Wahlbürger schon  lange zum Statisten degradiert hat. In der Vergangenheit hat das politische Establishment in diesem Lande immer großen Wert auf hohe Wahlbeteiligungen gelegt. Man war stolz darauf, in dieser Hinsicht „besser“ abzuschneiden als zum Beispiel die Vereinigten Staaten und fühlte sich mit größerer Legitimierung ausgestattet. Man schmiere ihnen dies also in Zukunft dick auf das Butterbrot und versäume nicht, ihnen vorzurechnen, wie viele Stimmen sie in Wirklichkeit erhalten haben.

Nun hat der Konservative in Deutschland ein sehr inniges Verhältnis zum Staat. Selbst wenn dieser (wie der unsere) alles bekämpft, was ihm heilig und wichtig ist, fühlt sich der deutsche Konservative dem Staat verpflichtet. Das impliziert eine regelrechte Wahlpflicht. In Gottes Namen denn: Wer es nicht über sich bringt, einem Staat, der ihn regelmäßig erniedrigt und systematisch enteignet, durch Wahlenthaltung eine Ohrfeige zu verpassen, der soll eben ungültig wählen. Das ist allemal besser, als für Figuren wie Annegret Kramp-Karrenbauer, Oliver Luksic oder Heiko Maas zu stimmen.

4 Kommentare

  1. Propugnatio schrieb:

    So werde ich es vermutlich auch in NRW handhaben (müssen)…

    Freitag, 23. März 2012 um 11:46 | Permalink
  2. Ulan schrieb:

    Was ein Schmarren! Nicht wählen heißt andere wählen lassen.
    Und außerdem: das Programm der Piraten im Saarland hat 56 Seiten. Zu behaupten sie hätten keines zeigt deine Ignoranz sich mit dieser Partei überhaupt auseinander zu setzen – oder du lügst einfach dreist.

    Sonntag, 25. März 2012 um 14:29 | Permalink
  3. Nusquam schrieb:

    Die Anzahl der “Seiten” sind kein Kriterium für ein Programm.

    Sonntag, 25. März 2012 um 14:59 | Permalink
  4. tpz schrieb:

    Wenn man den Umfragen glauben darf, dann steht der Bunderepublik nach der nächstens Bundestagswahl ein ähnliches Resultat bevor, wie man es gestern im Saarland sah. FDP draußen, Piraten drinnen, CDU mit minimal besserem Ergebnis noch vor einer leicht verbesserten SPD und die links-außen Pateien Grüne und Linkspartei kommen zusammen auf knapp über 20%.

    http://www.wahlrecht.de/umfragen/index.htm

    Jenseits von einer ideologisch rückgratlosen CDU findet sich nur noch ein Ozean linker Parteien. Unsere Parlamente verwandeln sich in Kuriositätenkabinette in denen man die ganze Vielfalt der linken Freakshow bewundern kann.

    @Ulan: Wenn Sie in einem Restaurant sitzen, auf dessen Speisekarte Sie lediglich 10 mal Senfei aufgeführt finden, dann ist es ziemlich wurscht, ob Sie “andere wählen lassen”. Sie essen letztlich entweder Senfei oder Sie entscheiden sich zu hungern.

    Montag, 26. März 2012 um 09:36 | Permalink
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